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Yoga für die Hände und die Handgelenke – Station 11 Deiner Körperreise

Yoga für die Hände und die Handgelenke – Station 11 Deiner Körperreise

Lesedauer 4 Minuten

Ich nehme Dich mit auf eine wunderbare Körperreise. In der elften Stunde legen wir unseren Fokus auf Yoga für die Hände, speziell die Handgelenke und schreiten dann in weiteren Yogastunden den Körper entlang. Mit größter Achtsamkeit darfst du dich dabei ganz entfalten und wahrnehmen. Viel Freude damit.Doris zeigt eine Übung für Yoga für die Handgelenke.

Handgelenke stärken mit Yoga

Unsere Hände sind wie Flügel, unsere Handgelenke ein sensibles Steuerwerk.
Das anmutige Handgelenk, das unseren Händen viel Beweglichkeit ermöglicht und Stabilität schenkt, kann empfindlich und anfällig für Stressverletzungen sein.

Unsere Handgelenke haben viele bewegliche Teile. Dort, wo sich die beiden Unterarmknochen, Speiche und Elle, mit drei der acht Handwurzelknochen an jeder Hand treffen, beginnen sie. Der Rest der Handwurzelknochen vereinigt sich untereinander und mit den Fingern. Eine Reihe von Bändern verbindet die vielen Knochen miteinander, begleitet von Muskeln und Sehnen, die die Knochen ummanteln, und so das Handgelenk und die Finger zu bewegen.

Wenn wir die Anatomie der Handgelenke untersuchen, wird schnell offensichtlich, wie diese anfälligen Strukturen leicht durch falsche Gewichtsverlagerung und ungünstige Bewegungen leiden können. Deshalb möchte ich Dir in dieser Stunde Übungen zeigen, die Deine Handgelenke mit Yoga stärken.

Häufige Handgelenksverletzungen

Insbesondere bei gewichtstragenden Yoga-Übungen, wie z.B. beim herabschauenden Hund, spüren wir oft Schmerzen im Handgelenk. Doch auch bei ganz sanften Übungen, wie dem Vier-Füßler-Stand schießt manchmal ein stechendes Ziehen vom Handgelenk bis in die Schulter. Oftmals führen nicht einwandfrei positionierte Haltungen zu Fehlstellungen der Knochen, Bänder und Muskeln und dies verursacht dann das Leiden. Kompressionsverletzungen am Handgelenk sind die Folge: Ein Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung könnten sich verschlimmern.

Chronische Handgelenksverletzungen treten auch häufig bei Yogis mit entspannten oder hypermobilen Bändern auf, die Entzündungen, Schmerzen und letztendlich Arthritis verursachen können.

Doris von Arps-Aubert führt den Hinabschauenden Hund aus.

Achtsamkeit zum Schutz deiner Handgelenke

Es gibt Möglichkeiten, mit Yoga die Handgelenke zu stärken und so Verletzungen zu vermeiden. Yoga für die Hände bietet sich vor allem bei instabilen und empfindlichen Handgelenken zur Stabilisierung und Kräftigung an.

Als erstes Prinzip gilt jedoch: Insbesondere bei den höchst empfindlichen Handgelenken, solltest Du nie über den Schmerz hinweggehen. Wenn Du sensible Handgelenke hast, so wärme diese vor jeder Praxis kurz für ein paar Minuten auf. Dabei könntest Du deine Hände falten, abwechselnd die Handteller drehen oder die Handgelenke kreisen und damit wunderbar mobilisieren.

Weiterhin ist es wesentlich, ein Raumgefühl für die Handfläche zu bekommen. Das Körpergewicht sollte nie vollends auf die Handgelenke gestützt werden. Vielmehr nutzt du die gesamte Länge der Finger, der Daumen und die Mittelhandköpfchen und beziehst jedes Element – die Basis deiner Hand – bei den Übungen mit ein. Breit aufgespreizte Finger und Fingerspitzen, die sanft in die Matte drücken, helfen Dir das Gewicht zu verteilen. Vom Handballen bis zu den aktiven Fingergelenken saugst Du Dich buchstäblich wie ein Gekko auf deiner Unterlage fest.

Eine feste Basis beim Yoga schützt auch die Handgelenke

Grundlegend für den Schutz Deiner Handgelenke ist eine starke Körpermitte. Die evidenzbasierte Medizin zeigt, dass eine starke Rumpfmuskulatur die Leistungsfähigkeit der Rotatorenmanschettenmuskulatur steigern kann. Diese Muskeln stabilisieren die Schultern und können so die Belastung verringern, die auf Ihre Handgelenke übertragen wird. Wenn unser Fokuspunkt, das Becken oder der Schulter- und Armbereich, schwach ist, übertragen sich starke Schwerkräfte über das Handgelenk, insbesondere während der Übergänge zwischen den Posen. Mit einer verstärkten Rumpf- und Schulterstabilität wirst Du feststellen, wie mühelos Du das Rätsel um Deine Handgelenksschmerzen lösen kannst.

Mit Yoga für die Handgelenke kannst Du überdies den Schlüssel finden, um Stabilität und Kraft in die Handgelenke zu zaubern und so zu einer leichten und fließenden Yogapraxis zu gelangen, in der du dich so richtig wohl fühlen wirst.

Yoga für die Hände und Deine bewusste Aufmerksamkeit auf die Ausrichtung Deines Körpers sorgen dafür, dass sich die Kräfte beim Yoga gut über Deine Basis und die Schultern verteilen und so die Belastung in den Handgelenken minimieren.

Doris von Arps-Aubert zeigt die Seitenplanke.

Freude beim Yoga durch Stärkung der Kern-, Rotatorenmanschetten- und Handgelenksmuskulatur

Ich empfehle dir, in deiner täglichen Yoga-Praxis auf eine Schonung der Handgelenke zu achten. Das kann auch bedeuten, vielleicht einmal die Fäuste zu benutzen, eine Pose zu ändern, durch eine andere zu ersetzen oder eine bestimmte Asana ganz zu überspringen. Und keine Sorge: Gerade Anusara-Yoga-Lehrer, die die anatomischen Grundlagen in ihrer Ausbildung studieren, werden dich mit akkuraten Ansagen gut anleiten und dir mit alternativen Yoga-Posen Möglichkeiten zu einer freudvollen Yoga-Praxis verhelfen. Bitte informiere vor jeder Yogastunde Deine Lehrerin über eventuelle Handgelenksschwierigkeiten.

Schenke deinen Handgelenken Zeit, sich anzupassen. Gehe niemals über Deine Schmerzgrenze. Eine achtsame und regelmäßige, jedoch maßvolle Yogapraxis verbessert die Stabilität in Handgelenken und Armen. Eine exakte Ausrichtung führt das dazu, dass du dich auch auf deinen Händen gut getragen fühlst und bereit bist zum Fliegen.

Entdecke auch die weiteren Stationen meiner Körperreise!

WER SCHREIBT?
Doris von Arps Aubert

Doris von Arps Aubert

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